Wenn Suchtkranke Hilfe brauchen

05.12.2017

Gespräch im Beratungs-und Behandlungszentrum (BBZ) Niebüll

Für Harald Marake und Alexandra Mrosek haben Selbsthilfegruppen einen hohen Stellenwert. Foto: Eckert

Niebüll (he) – Eine enorm wichtige und nicht zu unterschätzende Bedeutung von Selbsthilfegruppen wurde in einem Gespräch im Beratungs-und Behandlungszentrum (BBZ) Niebüll deutlich. Eingeladen dazu hatte Diplom-Psychologe Harald Marake und Diplom-Sozialpädagogin Alexandra Mrosek. Mit dabei waren zehn Mitglieder verschiedener Selbsthilfegruppen, die Auskunft über ihre Arbeit und deren Bedeutung für Suchtkranke gaben. In dem gemeinsamen Gespräch zeigte sich, wie vielfältig Suchterkrankungen und wie vielschichtig die Angebote der einzelnen Gruppen sind. „Die Zahl der Teilnehmer in den Gruppen ist stark zurückgegangen. Wir erwarten von jedem unserer Klienten dass sie sich parallel zur Therapie einer Selbsthilfegruppe anschließen“, so Marake. Ein möglicher Grund sei die Zunahme stationärer Angebote. Das Spektrum von Suchterkrankungen umfasst Alkohol-, Spiel- und Drogensucht. Auch Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen, wie Depressionen, oder Essstörungen haben die Chance eine entsprechende Selbsthilfegruppe im Norden zu finden. Susanne (Namen geändert) von den Guttemplern zeigt Regeln auf, die für alle Gruppen gelten „ Grundsätzlich ist bei uns jeder willkommen. Alles was in den Sitzungen gesprochen wird, dringt nicht nach draußen. Absolute Verschwiegenheit hat oberste Priorität.“ Es bestehe die Möglichkeit für Betroffene, verschiedene Gruppen auszuprobieren. Jeder könne das zur Sprache bringen, was ihn bedrückt, fügt Susanne hinzu. „Wir gebenden Hilfesuchenden das Gefühl aufgefangen zu werden und das 24 Stunden lang Wir möchten unterstützend helfen, sind aber keine Therapeuten“, betont Jörg von der AA-Selbsthilfegruppe. Auch für Co-Abhängige gibt es Gruppen. Das sind Menschen, die in ihrem privaten Umfeld mit Suchterkrankten zusammen Leben oder befreundet sind. „Auch bei diesen Menschen ist der Leidensdruck enorm groß und das rund um die Uhr“, betont Alexandra Mrosek. „Eine wichtige Bedingung für den Besuch einer Selbsthilfegruppe ist, nicht unter – Stoff – zu stehen. Auch Rückfällige sind jederzeit wieder bei uns willkommen“, ergänzt Susanne. Eine stets aktualisierte Liste der Selbsthilfegruppen ist im BBZ erhältlich. Dort findet auch Montags die „Motivationsgruppe“ als offene Gruppe in der Zeit von 18.15 – 19.45 Uhr unter der Leitung von Alexandra Mrosek statt. Ziel ist es, Suchtgefährdete oder Suchtkranke zur ambulanten oder stationären Therapie hinzuführen.

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