Nordfriesischer Kulturpreis geht nach Österreich

14.06.2018

Hans-Momsen-Preis 2018

Arno Bamme. Foto: Thomas Steensen

Nordfriesland (mm) - Mit dem Hans-Momsen-Preis – der höchsten Auszeichnung, die der Kreis Nordfriesland zu vergeben hat – werden in diesem Jahr gleich zwei herausragende Persönlichkeiten geehrt. Das beschloss das Kuratorium der kreiseigenen Stiftung Nordfriesland in seiner jüngsten Sitzung.

Dr. Arno Bammé, geboren 1944 in Mährisch Schönberg, studierte Ökonomie, Pädagogik und Soziologie an der Freien Universität Berlin. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Industrie wurde er 1985 Ordentlicher Universitätsprofessor für die Didaktik der Weiterbildung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Leiter des Instituts für Technik- und Wissenschaftsforschung an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt – Graz – Wien). Außerdem ist er seit 1998 Direktor des Interdisziplinären Kollegs für Wissenschafts- und Technikforschung in Graz. Seinen ersten Wohnsitz hat Arno Bammé seit vielen Jahren in Oldenswort auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt.

Arno Bammé erhält den Hans-Momsen-Preis für seine Verdienste im Bereich der nordfriesischen Literatur (er wieder-veröffentlichte historische Romane von nordfriesischen Schriftstellerinnen, teilweise gemeinsam mit Thomas Steensen), der Soziologie (er initiierte Neuauflagen der wichtigsten Werke Ferdinand Tönnies‘) und der Aktionskunst (er verfasste eine wichtige Biografie über den Konzeptkünstler Hein Hoop).

Vergesst die Frauen nicht!
Die Vielzahl der Schriftstellerinnen aus Nordfriesland war ein einzigartiges Phänomen, das zu Anfang des 20. Jahrhunderts einiges Aufsehen erregte. Unter anderem sorgten Margarete Böhme, Meta Schoep und Franziska zu Reventlow deutschlandweit als Vertreterinnen eines neuen, sehr modernen Frauenbildes für heftigen Widerspruch. Durch Neuauflagen ihrer Bücher sorgte Arno Bammé dafür, dass sie nicht vergessen werden. Aber auch Autorinnen wie Thusnelda Kühl, Ingeborg Andresen und Elfriede Rotermund sind dank Arno Bammé wieder in den Regalen moderner Buchhandlungen zu finden.
Der überzeugte Wahl-Nordfriese beweist, dass die weibliche Bevölkerung Nordfrieslands schon vor über einem Jahrhundert über ein größeres Potential verfügte, als es die patriarchalen Strukturen vermuten ließen. Passend dazu lautete 2007 der Titel eines von ihm herausgegebenen Buches: „Vergesst die Frauen nicht! Die Halligen, das Meer und die Weiblichkeit des Schreibens“.

Der zweite Preisträger, Dr. Ulf Bästlein, geboren 1959 in Flensburg, verlebte seine Kindheit und Jugend in Husum. Nach dem Abitur an der  Hermann-Tast-Schule und einem Studium der klassischen Philologie und Germanistik in Freiburg, Rom und Wien, welches er mit Staatsexamina und Promotion beendete, folgte ein Gesangsstudium in Freiburg/Breisgau. Seine Berufstätigkeit als Sänger bestand aus Theater-Engagements und Konzertreisen zu den wichtigsten Konzertzentren und Festivals in der ganzen Welt. Seine Lehrtätigkeit begann er 1993 an der Musikhochschule Lübeck, wo er sich 1999 habilitierte. Seit 2000 ist er als Professor für Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz tätig. Ulf Bästlein leitet regelmäßig weltweit Kurse und Masterclasses zu den Gattungen Lied, Oratorium und Oper und ist häufig als Juror bei internationalen Wettbewerben tätig.

„Und deine lieblichsten Gedanken. Ich tauche sie in Melodie“
In seine Heimatstadt kehrt Ulf Bästlein seit dem Jahr 2001 regelmäßig zurück, um hier die „Liedkunst im Schloss vor Husum“ zu leiten. Gemeinsam mit dem renommierten Pianisten und Liedbegleiter Charles Spencer bietet er einen Meisterkurs für Sänger und Pianisten an, der mittlerweile von Teilnehmenden aus der ganzen Welt aufgesucht wird und einen Höhepunkt im musikalischen Jahreslauf des Husumer Schlosses darstellt. Zahlreiche Preise wurden gestiftet, die im Rahmen der zu dem Meisterkurs gehörenden Konzerte verliehen werden. Von Anfang an dabei war das Land Schleswig-Holstein mit dem „Nordfriesischen Liedpreis“: Er ehrt zum einen begabte Künstler, dokumentiert daneben aber auch die  dauerhafte Verbindung des Kreises Nordfriesland mit Talenten aus der Hochkultur und speziell des Kunst-Gesanges.

Ulf Bästlein ist ein erstklassiger Sänger, fordernder Lehrer und talentierter Kulturmanager. Er setzt seine Fähigkeiten und seine ganze Persönlichkeit dafür ein, die Liedkunst im Schloss vor Husum zur Blüte zu führen und ständig weiterzuentwickeln. Mit Fug und Recht darf sich die nordfriesische Kreisstadt inzwischen rühmen, ein Zentrum des klassisch-romantischen Liedgesangs zu sein. Gemeinsam mit Charles Spencer bestreitet Ulf Bästlein regelmäßig das Eröffnungskonzert für den Meisterkurs und stellt dabei gern Vertonungen von Werken schleswig-holsteinischer Lyriker wie Theodor Storm, Friedrich Hebbel und Emanuel Geibel vor.

Die Ehrung der beiden Preisträger findet Ende Oktober im Schloss vor Husum statt. Der genaue Termin wird gesondert bekannt gegeben.


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