Regenmassen, Schweinepest und Überwachung

07.02.2018

Neujahrsgespräch des Kreisbauernverbands

Brisantes Thema: „Wie gläsern ist ein landwirtschaftlicher Betrieb?“ Foto: Eggers

Leck (ge) – Das Neujahrsgespräch des Kreisbauernverbands Südtondern fand in einer schwierigen Zeit für die Landwirtschaft statt: Aufgrund von Regenmassen können viele Felder nicht befahren werden, was dramatische Folgen für die Bauern in der Region hat. Zudem ist das Thema „Afrikanische Schweinepest“ besorgniserregend. Wolfgang Stapelfeldt (Vorsitzender des Kreisbauernverband Südtondern) sieht das Pandemierisiko weniger in der hiesigen Wildschweinpopulation, sondern beschreibt die Gefahr durch aus dem Ausland mitgebrachtes infiziertes Fleisch, das womöglich über Tiere in die Schweineställe getragen werden könnte. Zwar sei es beruhigend, dass die Afrikanische Schweinepest für Menschen unschädlich ist, jedoch hätten die Folgen einer Infektion dramatische ökonomische Folgen für die betroffenen Betriebe. Den Vortrag beim diesjährigen Neujahrsgespräch hielt Dr. Rasmus Thamsen, Regionaldezernent Nord beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume. Der Titel des Referats lautete „Die moderne Agrarverwaltung – wie gläsern ist ein landwirtschaftlicher Betrieb?“ - ein sensibles Thema, das Dr. Thamsen jedoch mit viel Verständnis für die Sorgen der Landwirte und einer Prise Humor behandelte. „Es gibt Bagaluten, die sich immer mit der Verwaltung anlegen“, dies sei jedoch nur eine kleine Minderheit, während die große Mehrheit der bäuerlichen Betriebe ohne große behördliche Beanstandungen arbeite. Thamsen zeigte anhand von  Luftbildaufnahmen, wie zu erkennen ist, ob es sich bei landwirtschaftlich genutzten Flächen um Weide- oder Ackerland handelt und wie diese genutzt werden. Regelmäßig werde aus einem Flugzeug das Land mit einer Messgenauigkeit von 40 cm abfotografiert. „Das elektronische Gehirn vergisst nicht“, betonte Dr. Thamsen und so bleiben unrechtmäßiges Umpflügen und Schwindeleien bei Anträgen nicht unerkannt. Trotz der Bedenken vieler Bauern darüber, dass sie in diesem Maße überwacht werden, wird der Vortrag positiv aufgegriffen. Torsten Jensen, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Niebüll, betonte, dass Landwirte sich glücklich schätzen können, dass Dr. Thamsen großes Verständnis für ihre Belange habe. Klaus Jensen (MdL, CDU) zeigte Verständnis für die Kritik an der Jamaika-Koalition, doch es sei nicht alles CDU-Politik. Derzeit stelle sich die Frage, wer Nachfolger von Minister Robert Habeck werde. Es ist ungewöhnlich, dass Landwirte grüne Politiker loben, aber mit Habeck verliere das Land einen „hervorragenden Politiker“, sagt Kreisbauernvorsitzender Stapelfeldt. Die Bauern blicken nun kritisch darauf, wer aus den grünen Reihen in Zukunft das Landwirtschafts- und Umweltministerium leiten wird.

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