Für besseres Schleiwasser

14.02.2018

Runder Tisch nimmt seine Arbeit wieder auf

Über Entwässerungsgräben gelangen Keime in den Burggraben und somit in die Schlei. Foto: Agentur Schleswig

Schleswig (as) –  Urlaub machen in einer der schönsten Regionen Norddeutschlands und sich von der malerischen Schleilandschaft verzaubern lassen – diese wohlklingenden Formulierungen benutzen die Tourismusunternehmen, um Urlauber in die Region zu holen. Aus Marketinggründen wird die Schlei seit einigen Jahren offiziell als Ostseefjord eingeordnet, obwohl dies geologisch nicht korrekt ist. Davon lässt sich nun unschwer die Bedeutung ableiten, die die Schlei für unsere Region hat. 
Umso unverständlicher ist es, dass die Schlei im Laufe der Jahrzehnte als Sammelbecken für Abwässer der Städte, Dörfer und Landwirtschaft diente. Viele Jahre leiteten auch die Schleswiger Betriebe, wie eine große Exportschlachterei und die Lederfabriken ihre ungeklärten oder unzureichend geklärten Abwässer in das innere Schleibecken. Heute gehören die Klärwerke, das Regenrückhaltebecken auf den Königswiesen sowie die Landwirtschaft zu den Haupteinleitern von Fäkalkeimen und Nährstoffen.
Eine besondere Bedeutung nimmt die Füsinger Au ein, über sie werden große landwirtschaftlich genutzte Flächen entwässert, viele Keime und Nährstoffe gelangen auf diesem Weg in die Schlei.
Der mangelnde Wasseraustausch mit der Ostsee verschärft das Problem, so dass die Keime lange in der Schlei verbleiben. Hohe Konzentrationen von Fäkalkeimen am Luisenbad und Badeverbote sind die Konsequenzen. Die Untersuchung von Wasserproben im Jahr 2011, die an verschiedenen Schlei-Badestellen genommen wurden, ergab, dass das Brackwasser im Inneren der Schlei eine hohe Keimbelastung aufweist.
Es gibt aber nicht nur einen Verursacher, sondern die Summe aller Verschmutzungen macht der Schlei zu schaffen. Aus diesem Grund haben sich im Oktober 2014 Vertreter vom Sozialministerium, dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND), dem Kreis SL-FL,  der Arbeitsgruppe Wasserrahmenrichtlinie, den Schleswiger Stadtwerken und der Ostseefjord Schlei GmbH getroffen. Daraus bildete sich der Runde Tisch Schlei, mit dem Ziel, Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität zu erarbeiten. Der erste Runde Tisch tagte im September 2016 mit Vertretern von allen Vereinen, Behörden und Institutionen, die mit dem Thema Schlei verbunden sind (Stakeholder). Bis Ende letzten Jahres wurden drei weitere Treffen des Rundes Tisches Schlei einberufen, auf denen Fachleute über verschiedene Themen zur Wasserqualität referierten.
Mit dem Runden Tisch ist ein interdisziplinäres Netzwerk entstanden, in dem sich zwei Landkreise kooperativ mit dem Thema Schlei und die damit verbundenen Problemlagen auseinandersetzen. Die Federführung durch die Stadt Schleswig wird von den Teilnehmern ausdrücklich gewünscht.
Der nächste Runde Tisch trifft sich in diesem Frühjahr, für die neue Kommunalpolitik findet am 08.06.2018 in der Kunst- und Kulturhalle Louisenlund eine breit aufgestellte Info-Messe statt.

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