"Fahrverbot kommt Berufsverbot gleich!"

09.11.2017

Verband Handwerk Schleswig-Holstein e.V.reagiert entsetzt auf Klage der Deutschen Umwelthilfe

Schleswig/Kiel (mm) - Entsetzt reagiert der Verband Handwerk Schleswig-Holstein e.V. auf die Ankündigung der Deutschen Umwelthilfe, beim Verwaltungsgericht Schleswig Klage wegen der Stickoxidbelastung in Kiel einzureichen. Präsident Thorsten Freiberg sagte zu entsprechenden Berichten vom heutigen Tage: „Das ist in unseren Augen nicht nur weltfremd, sondern greift den Kern des Problems nicht auf und würde – im hoffentlich nicht eintretenden Erfolgsfall – ein Berufsverbot für tausende Handwerker bedeuten!“ Wie Freiberg ausführt, setzen die allermeisten Handwerksbetriebe aufgrund hoher Fahrleistungen ihrer eingesetzten Fahrzeuge bislang auf ein Dieselfahrzeug. Damit transportieren sie Baumaterialien, Waren, Erzeugnisse und vieles mehr, besuchen Kunden und setzen auf praktikable Lösungen.
„Die drohenden Diesel-Fahrverbote in Städten wie Kiel sorgen für eine große Verunsicherung, weil wir befürchten müssen, die Innenstädte und damit Arbeitsplätze nur noch aus der Ferne zu sehen. Die Auftragsbücher im Handwerk sind voll, deswegen sind Vorausplanungszeiten von einem halben Jahr und mehr keine Seltenheit. Wie aber sollen unsere Betriebe ihren Kunden eine Terminzusage machen können, wenn sie aktuell nicht wissen, ob sie in den nächsten Monaten überhaupt ihren Kunden erreichen oder beliefern können“, fragt Freiberg. Und weiter: „Ursache und Wirkung dürfen politisch nicht in einen Topf geworfen werden. Wir werden den Diesel im Handwerk weiter brauchen. Ein Software-Update kann nicht das letzte Wort der Autoindustrie sein. Ebenso wenig kann es sein, dass diejenigen Handwerker, die im treuen Glauben Dieselfahrzeuge für ihren Betrieb gekauft haben, am Ende die Dummen sind.“
Dass jetzt die Umwelthilfe zum Klageweg greift, zeige nur, dass es ihr nicht um nachhaltige und konstruktive Lösungen im Sinne des Umweltschutzes oder der Bürgerinnen und Bürger gehe, so Freiberg abschließend: „Wer klagt, verhält sich in diesem Fall kontraproduktiv. Der Klageweg nützt nicht nur niemandem (außer vielleicht der Kasse der Umwelthilfe). Er schadet erheblich Pendlerinnen und Pendlern sowie unseren Handwerksbetrieben und allen Unternehmen, die auf (Transport-)Fahrzeuge angewiesen sind!“

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