Martin Luther ins Heute transportiert

07.11.2017

Oder: Wie bringt man jungen Menschen das Thema näher?

Zum Abschluss des Vorhabentages präsentierte Jakob mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern der 8. Klassen dass, was über Martin Luther gelernt hatten.

Silberstedt (ckb) - „Es hat mich sehr gefreut, dass die Erich-Kästner-Schule dem Thema Reformation gleich einen ganzen Vorhabentag gewidmet hat“, betont Thomas Petersen, Pastor der Kirchengemeinde, „dabei haben sich die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge auf ganz unterschiedliche Weise damit beschäftigt.“ Natürlich ist Martin Luther in diesem Jahr in aller Munde. In Ausstellungen und auf Symposien wird sein Leben und Schaffen präsentiert und diskutiert. Neue Erkenntnisse werden in Aufsatzbänden und Monografien veröffentlicht und sogar die Spielzeugindustrie ist auf das Pferd Martin Luther aufgesprungen. Wie aber kann man jungen Menschen das Thema näherbringen? Diese Frage stand am Anfang der Planungen des Vorhabentages. Schnell war klar, dass man über die Vermittlung der 95 Themen hinaus greifen müsste, um das Thema Reformation verständlich und auch spannend zu vermitteln. Die Thesen zum Beispiel, haben die Schüler nicht nur gelesen und besprochen, sondern gleich neu geschrieben, in ihre aktuelle Lebenssituation transportiert. Um zu verstehen, was Martin Luther bewegte, warum er sich gegen die Kirche stellte und was schließlich zur Reformation führte, muss man viel tiefer eintauchen. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich deshalb auch mit der Zeit in der Luther lebte auseinandergesetzt“, erklärt er, „sie haben mittelalterlich gegessen und gespielt. Aber sie haben auch erfahren, welche Ängste die Menschen damals hatten und womit sie im Alltag kämpften. Das muss man wissen, damit man die Gedanken des Reformators nachvollziehen kann.“
Zwölf Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse haben einen gemeinsamen Abschluss des Vorhabentages vorbereitet. In der Christuskirche stellten sie ihren Mitschülern Martin Luther vor. Im Mittelpunkt stand Luthers Suche nach einem gnädigen Gott. Um diese Suche anschaulich und verständlich zu machen, haben sie sich den Song „Ist da jemand“ von Adel Tawil vorgenommen. Dabei schlugen sie eine Brücke ins Heute, benannten ihre eigenen Ängste und erklärten, welche Antworten Luthers Gedanken für sie parat hat. Am Schluss gaben sie mit der letzten Strophe des Liedes noch auch eine umfassende Antwort: „Da ist jemand, der dich liebt“.

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