Zwei neue "Profs" an der FH

11.10.2018

Neue Fertigkeiten für die Hochschule und ein Zahlenschwämer

Professor Manoharan Dodwell stammt aus Sri Lanka und ist in Krefeld aufgewachsen

Dr. Mads Kyed ist gebürtiger Däne und forscht seit dem laufenden Wintersemester an der FH Mathematik

Flensburg (mm) – Seinen Gestaltungsspielraum will er bestmöglich für die Studierenden und die Region nutzen: Dodwell Manoharan ist seit diesem Wintersemester Professor für Fertigungstechnik und Produktionsplanung an der Hochschule Flensburg.
Dass Maschinenbauer Maschinen bauen, ist so banal wie einleuchtend. „Klar ist aber auch", sagt Dodwell Manoharan,“dass es ohne die entsprechende Fertigungstechnik nicht geht.“ Welche Verfahren es gibt, worauf man bei der Auswahl achten muss und wie die künftige Produktionstechniken im Zeitalter der Digitalisierung aussehen – das lehrt Prof. Dr. Manoharan seit diesem Wintersemester am Fachbereich Maschinenbau.
Um die optimale Fertigungslösung zu finden, spielen einige Faktoren eine Rolle. „Das Fertigungsverfahren muss funktionsgerecht und wirtschaftlich sein. Außerdem ist auf den Faktor Zeit zu achten", erklärt Manoharan. Da die Fertigung nicht ohne eine durchdachte Produktionsplanung funktioniert, gehört Produktionsplanung zu seinem Lehr- und Forschungsfeld dazu. Die Hochschule verfolgt mittelfristig das Ziel, Produktionstechnik als Vertiefungsrichtung für Bachelor und Masterstudiengänge im Maschinebaustudium zu verankern. Diese Ausrichtung soll auch neue Möglichkeiten für die Verzahnung mit der regionalen Wirtschaft eröffnen.
Für Dodwell Manoharan, der aus Sri Lanka stammt und in Krefeld aufgewachsen ist, bevor er an der RWTH Aachen Maschinebau studierte und am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH promovierte, war es immer ein Wunsch zu forschen und zu lehren. „Forschung und Lehre machen mir Spaß.“ Nach mehreren Führungsfunktionen in der Forschung und Entwicklung in der Industrie bei einem Produktionssystemlieferanten für die Automobilindustrie bei Stuttgart und bei einem Maschinenbauunternehmen in Lengerich im Münsterland kam der Ruf an die Hochschule Flensburg gerade richtig. Nicht zuletzt, da es seine Ehefrau, eine Dänin, zurück Richtung Heimat zog.
Nach seinen Erfahrungen in der Industrie, sieht sich der Neu­Professor an der Hochschule nun mit neuen Herausforderungen konfrontiert: ,,War es früher mehr der Zeitdruck, Time-to-Market der Innovationen gerecht zu werden, ist nun die Aufgabe, die Gestaltungsfreiräume als Professor möglichst effektiv zu nutzen", sagt Manoharan. Er hat dabei nicht nur die Studierenden im Blick, die eine zeitgemäße und praxisnahe Lehre brauchen, sondern auch die Region mit ihren Unternehmen, die von einer engen Verzahnung von Lehre, Praxis und aktuellen Fragestellungen profitieren.

Zahlenschwärmer

Mathe, Glück und Flensburg: Mads Kyed ist neuer Professor an der Hochschule Flensburg. Er schwärmt für ungelöste Gleichungen und seine Heimat.
Nach dem Gespräch mit Mads Kyed ist man verliebt. In die Mathematik. Die Leidenschaft und Begeisterung mit der Kyed von Integral- und Differenzialgleichungen, von komplexen Zahlen und Unbekannten spricht, ist ansteckend. So trocken wie der Rechenkunde zu sein unterstellt wird, ist sie gar nicht. Bei manch einem Studierenden dürfte in den Vorlesungen von Prof. Dr. Mads Kyed der mathematische Funke überspringen.
Der gebürtige Däne lehrt und forscht seit dem laufenden Wintersemester Mathematik an der Hochschule Flensburg. Forschen in Mathe? „Ja, es gibt eine Vielzahl an ungelösten Gleichungen“, sagt Kyed. Zum Beispiel die berühmten Navier-Stokes-Gleichungen. Dabei geht es um ein mathematisches Modell, das die Bewegung von Fluiden, also Gas oder Flüssigkeit, beschreibt. „Wir können die Gleichungen zwar abstrakt lösen“, erklärt Kyed, „aber wir wissen nicht, ob es eine physikalisch sinnvolle Lösung ist, da wir das Modell ja vereinfachen.“ Ginge die Gleichungen – irgendwann – auf, würde das Ingenieure*innen sehr freuen, glaubt Kyed. Denn: Statt den Auftrieb eines Flugzeuges aufwendig im Windkanal zu testen, könnte eine entsprechende Software diesen viel genauer berechnen. Auch könnte man den Wasserwiderstand, dem Schiffe ausgesetzt sind, exakter berechnen – und effizientere Motoren herstellen.
Die Nähe zur Anwendung ist es, die Mads Kyed so begeistert. Sich im Forscherbüro einschließen, um eine Formel für ein theoretisches Problem zu lösen, entspricht dem Familienvater nicht. Und so erzählt er voller Enthusiasmus von seinem derzeitigen Lieblingsprojekt, das er an der Hochschule Flensburg verfolgen will: „Ich will die dämpfende Wirkung von Fluiden auf feste und deformierbare Körper verstehen.“ Verstehen heißt bei Kyed: mathematisch darstellen. Auf eine Gleichung bringen. Beschäftigen den Mathematiker auch viele ungelöste Formeln, Kyeds Lebensgleichung geht auf: Nach dem Studium in Aarhus war er viel unterwegs. In der Schweiz arbeitete er bei einer Softwareentwicklungsfirma, promovierte an der RWTH Aachen, war Post-Doc in Aachen und Pittsburgh, habilitierte an der Technische Universität Darmstadt, wo er nach Vertretungsprofessuren an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Kassel die letzten vier Jahre als Prof tätig war. Die Nähe zu seiner Heimat Dänemark und seiner Familie zog ihn schließlich nach Flensburg: „Es ist herrlich wieder zurück sein.“

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