Grundschul-Kongress in Damp

13.02.2018

230 Experten diskutierten aus der IQB-Studie für ihre Arbeit an den Grundschulen und Förderzentren

Damp (mm) - „Die Grundschuljahre bilden zusammen mit der Kita-Zeit und der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Eltern die Grundlage für den Bildungserfolg von Kindern. Dort immer besser zu werden, lohnt jede Mühe“, sagte Bildungsministerin Karin Prien heute (13. Februar) bei der Eröffnung der zweitägigen Fortbildung des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) „IQB-Bildungstrend: Ergebnisse und Schlussfolgerungen für Grundschulen und Förderzentren“. 230 Schulleiterinnen und Schulleiter, Schulrätinnen und Schulräte sowie Studienleiterinnen und Studienleiter waren ins Congress Center Damp gereist, um sich über die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends zu informieren und durch wissenschaftliche Fachvorträge Anregungen zu fachspezifischen Fördermöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern in Mathematik und Deutsch zu erhalten. Um voneinander zu lernen, tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem in runden Tischen über bewährte Konzepte zur Förderung leistungsschwacher und leistungsstarker Schülerinnen und Schüler und weiteren Schwerpunktthemen wie zum Beispiel „Deutsch als Zweitsprache“ aus.

„Meine feste Überzeugung ist, dass wir in der schulpolitischen Debatte in den vergangenen Jahrzehnten die Entwicklung an den Grundschulen etwas aus den Augen verloren haben“, sagte Prien. Sie habe das Amt der Bildungsministerin angetreten mit dem Ziel, die Grundschulbildung zu verbessern. Sie sei überzeugt, dass an den Grundschulen in Schleswig-Holstein eine gute Basis vorhanden sei, auf die aufgebaut werden könne. Das sei den Lehrkräften mit ihrer engagierten und guten Arbeit zu verdanken. „Sie leisten oft entgegen allen Widrigkeiten Großartiges“, sagte Prien. Dennoch habe die jüngste IGLU-Studie Handlungsbedarf offenbart: „Fast jede fünfte Schülerin und fast jeder fünfte Schüler in Deutschland verlässt heute die Grundschule, ohne richtig schreiben, lesen und rechnen zu können“, so Prien. Daher dürfe man den grundsätzlichen Diskurs über den Wert und den Inhalt von Grundschulbildung nicht scheuen und kindgerechte Pädagogik und Leistungsorientierung nicht als Gegensatz verstehen. „Wie soll die ‚Grundschule der Zukunft‘, die ‚Grundschule 2030‘, aussehen?“, fragte Prien. Sie ließe sich über einen Dreiklang von Wissen − Lernen − Können beschreiben. Bei der Umsetzung stünden für sie aber immer die Menschen im Mittelpunkt: die Kinder in der Grundschule und in den Förderzentren, die Lehrkräfte, die Eltern − das ganze Team von Schule. Denen sage sie ihre ganze Unterstützung zu.

Prof. Dr. Petra Stanat, Leiterin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Berlin, stellte die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2016 Primarstufe in der 4. Jahrgangsstufe Klasse für die Fächer Deutsch und Mathematik für Schleswig-Holstein vor. Grundlage dafür sei die Auswertung der Daten von 86 Schulen mit 1.740 Schülerinnen und Schülern. Die Kompetenzen beim Lesen und Zuhören konnten entgegen dem bundesweiten Abwärtstrend gehalten werden. Damit liege Schleswig-Holstein in der Rangfolge der Bundesländer mehrheitlich im Mittelfeld beziehungsweise über dem Durchschnitt. Schleswig-Holstein habe zudem weniger Risikoschülerinnen und Risikoschüler im Bereich Lesen und Zuhören und mehr Schülerinnen und Schüler, die mindestens den Regelstandard erreichen. Und Schleswig-Holstein sei das einzige Bundesland, das den Anteil der Risikogruppe im Lesen signifikant reduzieren konnte. In den letzten 5 Jahren sank dieser um 4 Prozent, dennoch bleibt die Risikogruppe mit insgesamt 9 Prozent immer noch zu hoch. Hinsichtlich der Leistungsspitze unterscheide sich Schleswig-Holstein nicht vom Bundesdurchschnitt; der Anteil der Leistungsspitze konnte nicht ausgebaut werden. Der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der erreichten Kompetenz sei nach wie vor bedeutsam und habe sich in den letzten 5 Jahren kaum verändert. Schleswig-Holstein bilde da keine Ausnahme. Im Lesen sei dieser Zusammenhang in Schleswig-Holstein allerdings etwas geringer ausgeprägt. Insgesamt müsse man jedoch festhalten, dass sich die Leistungen in den Grundschulen Schleswig-Holsteins in den letzten 5 Jahren nicht verbessert hätten.

„Mit dem Projekt ‚Niemanden zurücklassen – Lesen macht stark, Mathe macht stark‘ verfügen wir in Schleswig-Holstein über ein wissenschaftlich nachgewiesen erfolgreiches Förderprogramm für schwächere Schülerinnen und Schüler, an dem über 200 Grundschulen beteiligt sind“, sagte Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des IQSH. „Um auf der einen Seite die Risikogruppe weiter zu reduzieren und andererseits leistungsstarke Schülerinnen und Schüler zu fördern, müssen wir die Debatte um guten Unterricht und Unterrichtsqualität weiter führen“, betonte Riecke-Baulecke. Er unterstrich in seinem Abschlussvortrag die Bedeutung eines einerseits kognitiv herausfordernden und andererseits die einzelnen Schülerinnen und Schüler fördernden Unterrichts. Die wirksamen Projekte „Lesen macht stark“ und „Mathe macht stark“ würden in den kommenden Schuljahren fortgeführt und mit Fortbildungskursen zum „Lese-Coach“ und „Mathe-Coach“ verbunden.

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