Brückenneubau zieht sich hin

08.11.2017

Finanzielle Mittel fließen vermutlich erst übernächstes Jahr

Fußgänger, Radfahrer, Bahn und Kraftfahrzeug überqueren hier die Schlei. Foto: Westendarp

Kappeln (tom) - Neben der Schleibrücke in Kappeln ist die alte Klappbrücke in Lindaunis die einzige Überquerung über den Ostseefjord – wenn man von den beiden Fähren in Arnis und Missunde absieht. Doch ist das über 90 Jahre alte Bauwerk sichtlich in die Jahre gekommen und sollte eigentlich in absehbarer Zeit durch eine moderne Überquerung ersetzt werden. Doch leider zieht sich das Genehmigungsverfahren durch das Eisenbahn-Bundesamt weiter hin.
Zudem gestaltete sich die Durchführung des neuen CSM-Verfahrens (Common Safety Method) zur Sicherheits- und Risikobewertung der neuen Bahnanlage umfangreicher als vorhergesehen. Diese Analyse ist laut Deutsche Bahn notwendig, da sich bei der Schleibrücke Straße und Schiene das neue Bauwerk teilen.
Damit könnte nach Angaben der Deutschen Bahn Ende 2018 mit der Baugeldfreimachung und ab April 2019 mit dem Bau begonnen werden. Es ist geplant, den Straßenverkehr während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Auch Fußgänger und Radfahrer können die bestehende Brücke während der Bauzeit passieren. Bis auf wenige Sperrpausen kann der Eisenbahn- und Schiffsverkehr ebenfalls fortgeführt werden. Genaueres will die Bahn aber zu Baubeginn bekanntgeben. Zudem ist geplant, nach Fertigstellung der neuen Brücke beide Bauwerke parallel zu nutzen. So sollen Sperrzeiten bis zur vollständigen Inbetriebnahme vermieden werden. Der Straßenverkehr führt dann bereits über das neue Bauwerk, die Züge fahren weiter über die alte Überführung. Wenn die neuen Brückengleise mit dem Streckennetz verbunden sind, werden auch die Züge über den Neubau rollen. Abschließend wird die alte Klappbrücke zurückgebaut.
Der Neubau soll rund 43 Millionen Euro kosten. Davon trägt das Land Schleswig-Holstein rund 30 Millionen. Diese steht laut neuer Landesregierung. Pläne zum Neubau gibt es seit 2004. Damals beschloss die Bahn nach den letzten größeren Instandhaltungsmaßnahmen Planungen über die weitere Nutzung. Das Ergebnis war, dass sich ein Neubau eher lohnt als eine Generalüberholung. Seitdem kämpft die Brücke immer wieder mit Schwierigkeiten. So bröckelt der Beton aus dem Kontergewicht auf die Straße oder Verschlüsse brechen. Manchmal findet man überhaupt keinen Grund für Störungen. Das Resultat ist immer das gleiche: der Verkehr auf Straße, Gleis und Wasser steht still. Zudem ereignen sich viel Unfälle auf der Brücke, etwa wenn Radfahrer in den Schienen umstürzen. Dem soll nun die neue Brücke, die östlich der alten stehen und 126 Meter lang sein wird, entgegenwirken. Fraglich ist nur noch ab wann.

Schon entdeckt? Das Öde-Archiv